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Ehemalige Mühlen in Westrup

 

Ehemalige Wassermühle in Westrup

Seit ungefähr 100 v. Chr. sind Mühlen mit Wasserrädern (und auch mit einer primitiven Turbinenform) bekannt. In Deutschland sind sie seit ungefähr 370 n. Chr. nachweisbar.

Auch die Wassermühlen spielten in unserer Gegend eine große Rolle und werden in alten Akten häufig genannt.

Die eine befand sich in Westrup, eine andere in Hunteburg. Die Westruper, auch Mühlenholwede genannt, lag am Großen Diek und wird schon im 13. Jahrhundert erwähnt. 1243 brachte das Kloster Levern die Hälfte der Mühle von Helimbert von Manen (Mehnen) und 1257 die andere Hälfte von Bruno von Amelinchusen an sich.

Die Pülschenbrügge befindet sich an der Lohne. Hier stand einst die Wassermühle des Stiftes Levern. Vor etlichen Jahren noch fand man alte Bohlen im Bett der Lohne.

 

Ehemalige Windmühle in Westrup

Windmühlen erscheinen zuerst im 11. Jahrhundert in Deutschland und sind nicht wie man fern annimmt, eine Erfindung der Holländer, sondern sind schon viel früher in England nachweisbar.

 

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(Mühle in Westrup, Dillenhöhe)

 

Am Ausgang des Dorfes Wehdem nach Westrup zu stand seit Jahrzehnten auf der „Dillenhöhe“ eine alte holländische Windmühle. Ihre Riesenflügel, einst mit grauem Segeltuch bespannt, waren vermorscht und vom Winde zerfetzt; dennoch trotzte das schwere Gebälk der einstmals „schmucken Holländerin“ allen Wettern. Sie wurde im Jahre 1960 von der Stadt Hagen i. W. angekauft und als Kulturdenkmal in einem technischen Freilichtmuseum wieder aufgebaut.

Mit dem Abbruch dieser alten Mühle - sie war mit ihren vier Mahlgängen die größte im weiten Umkreis - verschwand in Westrup das letzte Wahrzeichen der „alten guten Zeit“.

Mehr als 200 Jahre war die damalige Noltingsche Mühle auf der Dillenhöhe alt und stammt wahrscheinlich aus der Zeit Friedrichs des Großen. Das genaue Alter ist nicht mehr festzustellen, da der frühere Besitzer vor rund 250 Jahren nach Amerika auswanderte und sämtliche Urkunden darüber mitgenommen hat. Mit Sicherheit kann aber angenommen werden, dass die Mühle noch älteren Datums ist.

Ihren Standort auf der Dillenhöhe hat sie erst seit 1848. Ursprünglich stand sie im „Kleine Holz“ auf der heutigen Besitzung Pieper/Wittkötter, Mühlenhollwede. Die heutige Straße Mühlenhollwede erinnert noch an ihren alten Standort. Da hier unten schlechte Windverhältnisse herrschten, wurde sie von dem damaligen Besitzer Johann Schaff und dessen Ehefrau

Charlotte, die dann nach Amerika auswanderten, auf Abbruch verkauft. Der neue Besitzer, der Vater von Phillip Coblenzer, ließ sie stückweise davonfahren und brachte sie an den neuen Standort.

Für 50 Goldtaler wurde die Mühle damals von dem alten Meier, genannt Domes, mit einem Kuhgespann abgefahren. Das Haus des früheren Mühlenbesitzers Schaaff, das neben der Mühle stand, wurde 1772 gebaut.

Anzunehmen ist, dass die Mühle schon früher dort stand.

Was den jungen Müller und seine Frau damals zur Auswanderung trieb, ist nicht mehr festzustellen. Jedoch berichtet unsere Heimatdichterin Marie Brosin in ihrem 1925 erschienenen Buche „Aus dem Jugendlande einer alten Frau“ feinsinnig und stimmungsvoll von dem alten „Blumenmüller“.

Sehr wahrscheinlich ist damit der alte Besitzer der Mühle auf der Dillenhöhe gemeint. Durch Verkauf und im Erbgang wechselte die Mühle im Laufe der Zeit ihre Besitzer. Der letzte Eigentümer war der Gastwirt Willi Janwlecke aus Drohne.

Bis zum Jahre 1929 war die Windmühle, zu der eine Bokemühle und auch eine Sägemühle gehörte, in Betrieb. Allein über 30 Zentner wog die drehbare Haube der Windmühle, die Flügel hatten einen Durchmesser von rund 20 Metern. An jedem Flügel wurde früher bei Inbetriebnahme ein 9 Meter langes Segeltuch gespannt, das von dem Müllergehilfen geflickt werden musste.

Hatte man keinen Wind, und das kam auch vor, so waren die Einwohner gezwungen, zur Wassermühle nach Hunteburg zu gehen, um dort ihr Korn mahlen zu lassen. Die alte Westruper Windmühle war bekannt für gutes Weizenmehl. Deshalb erstreckte sich ihr Kundenkreis bis nach Brockum, Niedermehnen und darüber hinaus. Seit mehr als 80 Jahren steht die Mühle still. Dennoch ragt ein Stück alter Geschichte mit ihr in unsere Gegenwart hinein. Im Freilichtmuseum Hagen steht sie als stummer Zeuge einer vergangenen Kultur und einer längst verklungenen Zeit vor den Besuchern und erinnert an die Geschichte der Dörfer Westrup und Wehdem.

von Friedrich Priesmeier, ehem. Gemeinde-Archivar – Fundstelle und weiteres siehe www.stemwede.de

 

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