Willkommen auf zuhause-in-stemwede.de

der Internetseite der Stemweder Heimatpfleger

Eine Ausarbeitung von Stephan Leonhardt über die Auswirkungen des 30-jährigen Krieges in der Region.

 

Hinweis:

Seit 2011 befindet sich das Stemweder Archiv in den Räumlichkeiten des Stadtarchives Lübbecke

 

 

Ihre Ansprechpartner/innen
 
Frau Christel Droste
Stadtarchiv
Wiehenweg 33
32312 Lübbecke
Telefon
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05741 232034
Fax
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05741 232035
Fax PC
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05741 347183
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Frau Bettina Rohlfing
Stadtarchiv
Wiehenweg 33
32312 Lübbecke
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05741 232174
Fax
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05741 232035
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Herr Helmut Hüffmann
Stadtarchiv
Stadtarchivar
Wiehenweg 33
32312 Lübbecke
Telefon
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05741 2304606
Fax
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05741 232035
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Das Leben in einer Stadt wird nicht nur von heutigen Ereignissen und Entscheidungen geprägt, sondern basiert auf historischen Geschehnissen, deren Auswirkungen sich niemand entziehen kann.

Aufgabe des Stadt bzw. Gemeindearchivs ist es, die geschichtliche Überlieferung der Kommune dauerhaft zu bewahren, Rechtssicherheit zu gewährleisten, das Verwaltungshandeln nachvollziehbar zu machen und die Behörde gleichzeitig bei der Aktenführung zu entlasten. Dazu wählt das Archiv aus den Altakten der örtlichen Verwaltung alle historisch bedeutsamen und rechtsrelevanten Unterlagen aus, übernimmt sie in den Archivbestand, wertet sie aus und stellt sie – unter Einhaltung der Datenschutzbestimmungen – zur Nutzung zur Verfügung.

Bei der Beantwortung historischer Fragen steht das Stadt-/Gemeindearchiv allen Interessierten mit Rat und Tat zur Seite und beantwortet nicht nur Anfragen der Verwaltung, sondern auch persönliche, schriftliche und telefonische Nachforschungen aus der Öffentlichkeit. Gleichzeitig steht es in engem Kontakt mit den örtlichen Schulen, begleitet historische Forschungsarbeiten und dient auch mit Ausstellungen und eigenen Veröffentlichungen der Förderung des Gemeinwesens und der regionalen Verbundenheit. Einzelne Archive bieten zudem Führungen durch die Stadt bzw. Gemeinde an.

Weitere Informationsangebote:


 

 Kosten


Die Nutzung der kommunalen Archive ist in den meisten Städten und Gemeinden gebührenfrei. Evtl. entstehende Benutzungsgebühren sowie Kosten für Kopien oder Nachforschungen durch Archivmitarbeiter/innen, werden nach der Verwaltungsgebührenordnung der jeweiligen Kommune abgerechnet. Näheres regelt die Benutzungsordnung der einzelnen Archive.

 

Besondere geschichtliche Ereignisse in den Orten der Gemeinde Stemwede

Quelle: Stemwede - Junge Gemeinde - alte Dörfer

»Gottesfürchtig, aber oft gehungert«

Dr. Bert Wiegel: »Armut hat im 19. Jahrhundert das Dielinger Land geprägt« – »B65 hieß Säuferstraße«
 

Immer ein gern gesehener Gast in Dielingen ist Dr. Bert Wiegel (rechts). Hier wird er von Hans-Peter Knoll (von links), Ewald Sandmöller und Wilfried Thünemann begrüßt. Die Drei vom Verein »Raum für Gemeinde« sind ebenfalls sehr geschichtsinteressiert.

 


 

Mittwoch, 14. März 2012
- 00:47 Uhr
Von Inken Quebe

Dielingen (WB). Kaum ein anderer kann so spannend über die Geschichte Dielingens und des Altkreises erzählen wie Dr. Bert Wiegel. Er ist Mitautor und Mitherausgeber der »Chronik über das Kirchspiel Dielingen 1818 -1879«, die in Wiegels Verlag Maire Leidorf in Rahden erschienen ist.

Dr. Wiegel hat im Dielinger Gemeindehaus anschaulich die Regionalgeschichte des Lübbecker Landes im europäischen Kontext erklärt – und wieder mal für einen sehr informativen Abend gesorgt.

»Was du ererbt von Deinen Vätern hast, erwirb es, um es zu besitzen«, zitierte Wilfried Thünemann vom Verein »Raum für Gemeinde« einleitend Johann Wolfgang von Goethe. Deshalb fragte er Dr. Bert Wiegel: »Was haben uns unsere Vorfahren im 19. Jahrhundert vererbt? Wie sind sie mit Krisen umgegangen? Was war gut?« Die »Chronik von dem Kirchspiel Dielingen 1818-1879«, die 2010 von Heinz-Ulrich Kammeier und Bert Wiegel herausgegeben wurde, war der Ausgangspunkt des Experten-Vortrages. Als besonders prägend für unsere moderne Welt kennzeichnete Wiegel die Errungenschaften des 19. Jahrhunderts. Diese machten den technischen Wandel überhaupt erst möglich. Es sei wichtig, den großen Zusammenhang zu betrachten, wenn man kleine Ereignisse in der Chronik verstehen wolle. »Die Französische Besetzung von Westfalen 1806 bis 1813 ist ziemlich übel abgelaufen«, erklärte Wiegel. Er verdeutlichte das mit einem Zitat aus Goethes Faust: »Ein echter deutscher Mann mag keinen Franzen leiden, doch ihre Weine trinkt er gern.«

Für den Zeitraum seit dem Westfälischen Frieden 1648 bis Anfang des 19. Jahrhundert war der gesamte Lübbecker Raum vom restlichen Deutschen Reich nahezu abgetrennt. Es gab kaum Handelswege, die das Gebiet durchquerten oder daran lang verliefen. Das veranlasste Kriminelle dazu, über das Rahdener Hinterland und den Stemweder Berg Schmuggel zu betreiben. Die Region bot ein gutes Versteck für die Verbrecher dieser Zeit.

Die heutige Bundesstraße 65 war der Schicksalsweg für diese Region. Sie bestand schon, als sich die Germanen in Kalkriese gegen die Römer wehrten. Der Lübbecker Bürgermeister Sigismund Kind schrieb 1826 und 1827 in der Chronik nieder, dass viele internationale Regimenter über die B 65 das Gebiet durchquerten. Trotzdem dauerte es lange, bis sich in der Region etwas wandelte. Wiegel: »Im Altkreis Lübbecke lebte im Prinzip eine rückständige Bevölkerung, an der die großen Ströme vorbeigezogen sind. Man lebte wie im Mittelalter.« Die Menschen wehrten sich sogar, als die B 65 gepflastert werden sollte, da sie die hohen Kosten fürchtete.

»Für den Altkreis Lübbecke lässt sich eine Nord-Süd-Teilung feststellen«, erklärt Bert Wiegel. Der südliche Teil am Wiehengebirge hatte den fruchtbareren Boden. Die Menschen dort verfielen häufig dem Alkoholismus, weshalb die B 65 als »Säuferstraße« galt. Auch an den Häusern spiegelte sich diese Leichtigkeit wider: Die Fachwerkhäuser waren in hellen Farben gestrichen. Bis Rahden gab es viele Zigarrenmacher.

Der Norden dagegen hatte einen wenig ertragreichen Boden, die Farben der Häuser waren dunkler gehalten. Die ganze Gegend war bis ins 19. Jahrhundert weitgehend zigarrenfrei.

Zigarrenproduktion und Flachsernte waren für jene, die nicht Bauern waren, die Haupteinnahmequellen. Die ländliche Gegend war im Großen und Ganzen durch bitterste Armut gekennzeichnet. Im Gegensatz zu heute hatte man kein Verhältnis zur Zeit. Zur Orientierung für die Bauern diente die Kirchenglocke.

Wesentlichen Anteil an dem Zustand und der Stimmung der Bevölkerung hatte das Klima. Viele Hungersnöte machten den Menschen zu schaffen. Die Dielinger Chronik spricht in den Jahren 1829 und 1830 eine deutliche Sprache. Zunächst waren die Lebensmittelpreise unheimlich niedrig, die Bauern hatten also nur geringe Einnahmen und konnten sich wenig kaufen. Danach verursachten der viele Regen und der frühe Frost eine sehr schlechte Ernte. Das Elend war so groß, dass die Einwohner sogar ihre Nachbarn bestohlen haben. Trotzdem versuchten sie nicht, die Probleme zu lösen.

Dr. Wiegel verdeutlichte die große Bedeutung des Glaubens im Kirchspiel Dielingen: Intensiver Gottesglaube beeinflusste die Menschen und so hungerten sie gemeinsam. »Man blieb unter sich und heiratete in der eigenen Gegend«, so Wiegel. Die Menschen sträubten sich regelrecht gegen Wandel. Die Aufstände von 1848 waren deshalb in der Dielinger Chronik als gewaltlose Unruhen verzeichnet. Die Einwohner fügten sich ihrem Schicksal und wollten nichts revolutionieren.

»Die Menschen hier hatten einen großen Überlebenswillen. Als sie hungerten, gab es trotzdem viele Geburten. Das Immunsystem war dadurch geschwächt und die Einwohner waren häufig krank. Die Bevölkerungszahlen stiegen dennoch an«, so der Experte. Es gab für die Menschen kaum Alternativen. Ein Ausweg war die Abwanderung in die USA, die vielfach wahrgenommen wurde.

Erst mit dem Bau der heutigen B 239 in den Jahren 1827 bis 1830, um den Handel zu beleben, waren die Weichen für die Zukunft gestellt. Als bahnbrechend und belebend für diese Region gilt die Eisenbahn. In Minden baute man bereits 1848 einen Bahnhof. »Minden war der Motor der Region«, so Wiegel. »Der Funke sprang immer erst eine Generation später ins Hinterland über«. Die Angst der Bauern war, dass ihre billigen Arbeitskräfte durch die Eisenbahn in andere Regionen abwandern würden. Mit den 1870er Jahren begann in Lemförde und Bohmte vergleichsweise spät der Bau von Bahnhöfen. Der Rahdener Bahnhof wurde sogar erst 1899 an das Köln-Mindener Eisenbahnnetz angebunden.

 

 

Quelle: http://www.westfalen-blatt.de/nachricht/2012-03-14-gottesfuerchtig-aber-oft-gehungert/?tx_ttnews[backPid]=707&cHash=1360ff092eb6baaa40fe2eaabee99bc1

 

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